Infotreff zum Thema „Berufswahl und Berufsorientierung“ mit dem Ausbildungsvermittler Mustafa Schat von der Handwerkskammer Münster am 17. Juni im Jugendsalon

Einen sehr interessanten und informativen Nachmittag haben Jugendliche im Alter von 18-23 Jahren Anfang der Woche im Jugendsalon am Sprickmannplatz verbracht. Das Thema des Treffens war „Berufswahl und Berufsorientierung“.
Zu Gast war der Ausbildungsvermittler Mustafa Schat von der Handwerkskammer Münster. Der Ausbildungsexperte ist mit 18 Jahren aus der Türkei nach Deutschland ausgewandert, hat hier zwei Studiengänge in Fachrichtungen Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen erfolgreich absolviert und mehrere Jahre in seinem Beruf gearbeitet. Er brachte viel Zeit für individuelle Gespräche mit und ging mit anschaulichen Beispielen auf die Vielzahl von Fragen der Gasthörer ein. Unter ihnen waren Jugendliche mit verschiedenen Schulabschlüssen, angefangen vom Hauptschulabschluss nach der Klasse 9, über Realschulabschluss bis hin zur Fachhochschulreife mit der Abschlussnote 1,7.
Die meisten Interessenten hat die Frage bewegt: „Welchen Weg gehe ich nach der Schule?“, „Welcher Beruf passt besser zu mir?“ Unentschlossenen Haupt- und Realschulabsolventen riet Herr Schat auf jeden Fall eine Berufsausbildung aufzunehmen. Sie dauert in der Regel 3 bis 3,5 Jahre. Vorteile einer dualen Berufsausbildung bestehen darin, dass man in der Woche zwei Tage eine Berufsschule und drei Tage einen Ausbildungsbetrieb besucht. Somit hat man die Möglichkeit, die Praxis direkt im Betrieb zu lernen und sich in der Schule theoretisches Fachwissen anzueignen. Des Weiteren bekommt man von Anfang an eine Vergütung, welche mit jedem Ausbildungsjahr ein wenig steigt. Mit der Abschlussprüfung ist man ein Geselle und man kann entweder beruflich erfolgreich und sicher durchstarten oder sich weiterqualifizieren, indem man eine Meisterprüfung absolviert. Mit dem Meisterabschluss darf man sich selbständig machen oder selber ausbilden. Man sollte auf jeden Fall frühzeitig mit der Ausbildungssuche beginnen ungefähr ein Jahr zuvor, d.h. für 2014 noch einen Ausbildungsplatz zu ergattern ist fast unrealistisch, es sein denn, jemand springt ab oder ein Betrieb kündigt jemandem kurzfristig. Falls man am Anfang des Ausbildungsjahres noch ohne eine Lehrstelle dasteht, sollte man sich entweder ein Praktikum suchen oder, vorausgesetzt man hat ein Abitur bzw. Fachabitur, sich bei der Uni oder Fachhochschule für ein Studium einschreiben. Auf diese Weise hat man die Zeit nützlich bis zum nächsten Ausbildungsjahr ohne negative Leerzeiten im Lebenslauf überbrückt.
Enorm wichtig ist aber auch eine richtig gestaltete Bewerbung. Sie soll korrekt sein: das Anschreiben darf keine Fehler enthalten, wie z.B. falsche Anredeform, das Foto soll aktuell und von einem professionellen Fotografen gemacht worden sein usw. Entscheidet man sich dafür, die eigene Bewerbungsmappe persönlich beim Betrieb abzugeben, sollte man auf höfliche Umgangsformen und ein angenehmes, sauberes Auftreten achten. Dadurch bleibt man in Erinnerung und weckt direkt das Interesse des Arbeitgebers. An dieser Stelle ist das jährlich durchzuführende IHK-Azubi-Speed-Dating sehr hilfreich. Dies ist eine große Veranstaltung, bei der Hunderte Ausbildungsbetriebe ihre offenen Lehrstellen präsentieren. Als Ausbildungssuchende/r erhält man die Möglichkeit, sich innerhalb von 10 Minuten bei potenziellen Ausbildungsbetrieben vorzustellen und sein Gegenüber von der eigenen Motivation und Eignung zu überzeugen. Die Benachrichtigung über den Ort und das Datum des IHK-Azubi-Speed-Datings wird rechtzeitig bei den Schulen und in den Zeitungen bekanntgegeben.
Hingewiesen hat Herr Shat die Jugendlichen auch auf eine außerbetriebliche Ausbildung, die direkt bei der IHK oder HWK gemacht werden kann. Genehmigt und finanziert wird sie vom Jobcenter oder der Arbeitsagentur.
Die Möglichkeiten mit einem Berufsabschluss im Leben erfolgreicher zu sein als ohne, sind nicht zu unterschätzen. Zweifellos ist es nicht immer und nicht für jeden leicht, sich in der Vielzahl von ca. 345 Berufen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zurechtzufinden und das Richtige für sich auszuwählen. Gerade in solchen Situationen stehen Ausbildungsberater der Industrie- und Handwerkskammer, der Studienberatung an den Hochschulen sowie Elterninfoabende in den Schulen zur Verfügung und leisten gute Orientierungshilfen.

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