Wir trauern um Bodo Treichler

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Bodo Treichler
vor seiner Skulptur „Heuschrecken fressen Häuser“ auf dem Sprickmannplatz

Am Freitag, 27.03.2015, um 13:00 Uhr findet
die Beisetzung auf dem Friedhof Lauheide in Münster statt.
Ab 14:30 Uhr schließt sich im Kulturzentrum Atrium,
Sprickmannplatz 1, 48159 Münster, in Kinderhaus eine Gedenkfeier an.

Einige Bilder zum Schaffen und Wirken des Bildhauers und Malers findet man hier:

Ein persönlicher Nachruf unseres Vereinsmitgliedes Heiko Philippski:

Wir trauern um Bodo Treichler

Diese Zeilen fallen mir persönlich schwer. Geht es in diesen Zeilen um den Abschied eines liebgewordenen Menschen. Der 1943 geborene Bildhauer und Maler Bodo Treichler ist von uns gegangen.

Bodo Treichler war weit über die Stadtgrenzen hinaus ein bekannter Künstler. Gemeinsam mit Werner Rave und Ute Behrens-Porzky vom Kulturamt gehört er zu den Gründern der Skulpturenschau, die 2005 unter anderem in Kleingartenanlagen und Privatgärten in Kinderhaus ihren Anfang nahm. 2013 übernahm er erstmals die Rolle des Kurators von „Kunst trifft Kohl“. Die Skulpturen von Bodo Treichler zeichnen vor allem ein anderes Bild von Kinderhaus – abseits von Ordnungsrecht und sozialen Themen.

2011 fing er mit den Arbeiten an seiner Idee zu der Skulptur „Heuschrecken fressen Häuser“ an, die noch heute auf dem Sprickmannplatz besichtigt werden kann. Er gestaltete sie zusammen mit Kindern und Jugendlichen aus dem Jugendsalon Sprickmannplatz.

2012 begann er beim VDIJB e.V. (Verein zur Förderung der Internationalen Jugendarbeit), zusammen mit Flüchtlingen aus dem Wohnheim an der Grevener Straße 217 sowie mit Migranten aus der Nachbarschaft, mit den Arbeiten an der Schrottskulptur “Lampedusa”. Während des Feilen, Sägen, Schweißen, Biegen wuchs so langsam eine gemeinsame Idee, von Frieden, Festung, Europa, Völkerverständigung und Kennenlernen verschiedener Kulturen. Gemeinsam konnte man sich vorstellen, dass alle in einem Boot sitzen, durch die Welt fahren und trotzdem etwas Eigenständiges bewahren wollen. So wuchs die Idee des Lebensbaums (Schrottgestänge), in dem ein Schiffskörper (zusammengeschweiste Eisenstangen und Bleche) fest verankert wurde, Gestalt an. An der Skulptur haben Jugendliche aus 6 Nationen und zwei Teilnehmer des europäischen Freiwilligendienst (EFD) gearbeitet. Als man sich für den Namen “Lampedusa” entschied, ahnte man noch nicht welch traurige Aktualität der Name mal haben wird. Die Skulptur kann Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags von 16 – 22 Uhr an der Grevener Str. 217 besichtigt werden.

2014 wurde er als sachkundiger Bürger in den Kulturausschuss der Stadt Münster berufen, wo er sich politisch für Kunst und Kultur engagierte.

Bodo Treichler gehörte zu den Menschen, die an der Entwicklung unseres Stadtteils künstlerisch mitgewirkt haben.

Die Beisetzung findet am 27.03.2015 um 13:00 Uhr auf dem Friedhof Lauheide (Münster) statt.

Bodo Teichler, Nachruf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quelle: Westfälische Nachrichten, 21.03.15)

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