Mitgliederversammlung 2013 – Die Münstersche Zeitung schreibt:


Wie ein gläserner Patient

AWO ist ab Januar neuer Träger des Begegnungszentrums Sprickmannstraße

KINDERHAUS. Die Leiharbeiter sind raus aus der Schleife, es hagelte Preise für die Arbeit – zuletzt der Umweltpreis der Sparda-Bank für die Grünschleife – und auch, die Kasse weist ein kleines Plus auf. Doch der Verein Begegnungszentrum (BGZ) Sprickmannstraße, das wurde auf der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend deutlich, steht auch weiterhin vor einigen Herausforderungen.
„Der Kampf gegen die Wohnmissstände geht weiter“, ließ Geschäftsführer Thomas Kollmann vor den anwesenden 42 Mitgliedern auch die weniger erfreulichen Ereignisse nicht unerwähnt – hohe Kinderarmut und eine hohe Arbeitslosigkeit im Wohngebiet Brüningheide. Der Verein, so machte Kollmann deutlich, setzte in Bezug auf seine Mitglieder auf Kommunikation: „Wir sind wie ein gläserner Patient“.

Überraschender Passus

Weniger Austausch fand zwischen Politik und Begegnungszentrum im Zusammenhang mit einer aktuellen Ratsvorlage statt. In ihr geht es unter anderem um Perspektiven für die künftige Jugendarbeit Jugendsozialarbeit im Wohngebiet Brüningheide. Darin taucht ein Passus auf, der die Verantwortlichen überraschte. Die Verwaltung soll prüfen, ob der Jugendsalon ins Atrium verlagert werden kann.
Das Problem: Niemand hatte zuvor weder mit dem Begegnungszentrum als Träger des Jugendsalons noch mit dem Vorstand des Kulturvereins Atrium über derartige Pläne gesprochen. Letzterer hat sich bereits in einem Schreiben an die Stadt gewandt, darin sein Erstaunen zum Ausdruck gebracht, aber auch Gesprächsbereitschaft signalisiert. „Wir können uns eine Kooperation mit dem Jugendsalon vorstellen, aber parallele Veranstaltungen sind nicht möglich“, sagte Nicole Berner vom Vorstand des Kulturvereins auf MZ-Nachfrage. Neben eigenen Veranstaltungen gibt es auch noch den Darts-Club „All-4-One“, der in den Räumlichkeiten trainiert.
Gegen grundsätzliche Umstrukturierungen der Jugendarbeit habe man nichts einzuwenden, wenn sie politisch gewollt sei, sagte Lothar Esser, Vorsitzender des Begegnungszentrums Sprickmannstraße. Diese müssten sich aber dann auf den gesamten Stadtteil beziehen und dazu gehöre auch das Kinder- und Jugendzentrum Wuddi. Eine ausführliche Stellungnahme zu diesem Thema werde man in der kommenden Woche abgeben, so Kollmann.
Das Begegnungszentrum wird ab Januar nicht mehr unter der Trägerschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes tätig sein, sondern als korporiertes Mitglied unter dem Dach der Arbeiterwohlfahrt (AWO) agieren. Das beschlossen die Mitglieder zum Schluss der Versammlung. Gründe für den Wechsel sind niedrigere Abgaben an den neuen Träger und dessen Fachwissen im Bereich Jugend- und Migrationsarbeit. „Bisher haben wir 1300 Euro im Jahr gezahlt, künftig sind es nur 240 Euro“, erklärte Kollmann. Und Esser machte klar, dass die AWO durch den Status „korporiertes Mitglied“ keinerlei Weisungsrechte innerhalb des Vereins habe. „Die AWO wird nie Geldgeber sein“, sagte Esser.

Satzung wird angepasst

Die Satzung wurde, so entschieden die Mitglieder, an den neuen Träger angepasst, der hat nun das Recht bei einer Auflösung des Vereins, dessen finanziellen Hinterlassenschaften zu übernehmen.
Davon ist man derzeit allerdings weit entfernt. Man konnte für 2012 ein kleines Plus von 3005 Euro erwirtschaftet, wie Kassiererin Rita Witte mitteilte. Sie sieht positiv in die Zukunft. Der Verein verfügt derzeit über 139 Mitglieder.

Andreas Jankowiak

Mitgliederversammlung, Copyright Jankowiak, 001

Der Vorstand des Vereins Begegnungszentrum Sprickmannstraße wird auch im Jahr 2014 gegen die Wohnmissstände vorgehen: (v.l.) Dirk Guddorf (Schriftführer), Ahmet Özdemir (2. Vorsitzender), Rita Witte (Kassiererin), Lothar Esser (Vorsitzender) sowie Thomas Kollmann (Geschäftsführer).

Mitgliederversammlung, Copyright Jankowiak, 002

Die Verwaltung soll prüfen, ob der benachbarte Jugendsalon auch die Räume des Atrium mitnutzen kann. Nur mit den Verantwortlichen hat bisher niemand gesprochen.

MZ-Fotos (2) Jankowiak

(Quelle: Münstersche Zeitung, 30. November 2013)

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